Psychomotorik

Während entwicklungspsychologische Forschungsergebnisse auf die große Bedeutung von Bewegung und Wahrnehmung für die frühkindliche Entwicklung hinweisen, tendieren gesellschaftliche Veränderungen in eine andere Richtung:

  • Verstädterung, Medienkonsum, ungünstige Ernährungsgewohnheiten und auch Armut führen zu einer zunehmenden Einschränkung der Bewegungsmöglichkeiten von Kindern und damit zu einem verbreiteten Bewegungsmangel.

Unser Verständnis von Psychomotorik

Seit 30 Jahren verfolgen wir in unserer Arbeit einen ganzheitlichen Therapieansatz.
Wir sind davon überzeugt, dass Kinder von Geburt an eine natürliche Neugier und einen Drang zur Entwicklung und Bewegung haben, diese Schätze aber häufig vergraben oder zugedeckt sind.

Diesen Kindern bieten wir einen psychomotorischen Raum an, in dem sie in kleinen Gruppen, angeleitet von 2-3 TherapeutInnen und in einer Atmosphäre von gegenseitiger Wertschätzung und Akzeptanz eine besondere Erfahrung machen können – in der Regel über einen Zeitraum von einem Jahr.

Die Sensomotorik, das heißt das Gesamte körperlicher Erfahrungen, bildet die Grundlage für die psychische Reifung. Daher bietet der Psychomotorik-Raum Anregungen für alle Sinne, primär Bewegungsangebote und Bewegungsspiele mit der Intension „sich in seinem Körper intensiver wahrzunehmen, selbst gestellte Aufgaben zu meistern, sowie die eigene Selbstwirksamkeit zu erfahren“.

Das Kind lernt über gemeinsame Spiele im Dialog mit dem Gegenüber seine Stärken und Schwächen zu erkennen, Misserfolge und Frustrationen zu ertragen und Freude zu teilen – und so in seiner Gesamtpersönlichkeit gestärkt zu werden.

Wenige, aber klare Regeln und wiederkehrende Rituale gestalten den Stundenablauf und geben dem Kind Orientierung und Sicherheit.

Verschiedene psychomotorische Therapieansätze

Wir orientieren uns in unserer psychomotorischen Arbeit an der Sensorischen Integrationstherapie nach J. Ayres sowie an der französischen Psychomotorik nach Bernard Aucouturier. Auch andere psychomotorische Inhalte wie z.B. die von Ernst J. Kiphard und R. Zimmer fließen ständig neu in unsere Arbeit ein.

Psychomotorik ist der Körper, der sich ausdrückt.
Psychomotorik ermöglicht dem Kind das »So sein«.
Psychomotorik drückt den engen Zusammenhang zwischen der Bewegung (Motorik) und dem inneren Erleben (Psyche) des Menschen aus.
Psychomotorik ist der Weg zu mir und die Brücke zum Anderen.